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Bildungsminister bei der Gewerkschaftsjugend

gewerkschaftsjugendAm Mittwoch, den 23. Oktober, 17 Uhr war die Runde des Gewerkschaftsjugendtreffens im Erfurter DGB-Jugendbüro filler voll. Die jungen Menschen erwarteten Bildungsminister Mat-schie zu Besuch. Ihnen brannten viele Fragen unter den Nägeln und allen war klar – hier geht es nicht nur ums Kennenlernen, es gibt konkreten Redebedarf.

Bildungsfreistellungsgesetz

Ein Thema, das der Thüringer Gewerkschaftsjugend schon mehrere Jahre sehr am Herzen liegt, ist das Bildungsfreistellungsgesetz. 2009 wurde es in den Koalitionsvertrag der Landesregierung aufgenommen, seither blieben ernst zu nehmende Umsetzungsversuche aus. Von Matschie wollte man wissen, wieso. Natürlich hatte man auch ganz eigene Forderungen, denn Azubis und ihre Interessen dürften im neuen Gesetz nicht hinten herunter fallen!

Gewerkschaftliche Bildungsarbeit an Berufsschulen

Überrascht zeigte sich Matschie, als ihm die jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter davon berichteten, wie schwer es zum Teil falle, gewerkschaftliche Bildungsarbeit an Thüringer Berufsschulen zu etablieren. Neben vielen guten und langanhaltenden Kooperati-onen mit einigen Schulen gäbe es immer wieder harsche Abweisungen oder man ignoriere Anfragen gänzlich. Besonders vor dem Hintergrund, dass regelmäßig Jungoffiziere in Klassen auftreten und die Bundeswehr auf Schulhöfen verstärkt Werbung betreibt, ärgere die Aktiven diese negative Haltung der Schulen sehr. Diese Ablehnungen könne Christoph Matschie nicht verstehen und versprach Unterstützung.

Fortführung der Fahrtkostenrichtlinie

Wird die Fahrtkostenrichtlinie für Berufsschülerinnen und Berufsschüler eingestampft oder weitergeführt – wenn ja, wie? Auch das ist eine Frage, mit der sich die Jugendlichen befas-sen. Prinzipiell sei es eine gute Sache, Gelder bereit zu stellen, um hohe Fahrt- und Unter-bringungskosten von Berufsschülerinnen und –schülern besonders in Landesfachklassen zu bezuschussen. Wenn es nach der Gewerkschaftsjugend ginge, müsse die derzeitige Richtli-nie zum einen jedoch stärker beworben, zum anderen aber auch erweitert werden, sodass mehr Auszubildende davon profitieren könnten. Matschie erklärte, dass die Richtlinie auch nach 2013 weitergeführt, allerdings nicht neu diskutiert werde. An Vorschlägen, wie sie in Zukunft ausgestaltet sein könnte, sei er sehr interessiert.

Prekäre Beschäftigung an Hochschulen

Unklar blieb, wie in Zukunft mit den prekären Beschäftigungsverhältnissen an Thüringer Hochschulen umgegangen werden soll. Zum Teil gäbe es Befristungen von nur einem Monat und studentische Hilfskräfte hätten keine Möglichkeit, sich im Rahmen des Personalvertre-tungsgesetzes für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen, denn sie fallen nicht unter dessen Bestimmungen.
Das letzte Themenfeld ausführlich zu diskutieren, blieb letztlich zu wenig Zeit. Der Diskussi-onsabend ging zu Ende, der Dialog aber wird weiter geführt werden. Denn natürlich sind die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter an der Entwicklung zu ihren Themen interessiert und auch Matschie signalisierte, mehr über gewerkschaftspolitische Jugendforderungen zu erfahren.